Seit Jahresbeginn gibt es in unserer Region die Initiative di.day Saarland, abgeleitet von der bundesweiten Veranstaltungsreihe diday.org. Initiiert von Opensaar sind weitere Partner hinzugestossen, von denen besonders der Verein Technik Kultur Saar e. V. (hacksaar) hervorzuheben ist mit dem größten Veranstaltungsbeitrag. Zeit für uns, eine etwas ausführlichere Zwischenbilanz zu ziehen.
Digitale Souveränität wird konkret
Digitale Souveränität klingt zunächst nach einem großen, vielleicht sogar etwas abstrakten Begriff. In der Praxis beginnt sie jedoch bei ganz alltäglichen Fragen: Wo liegen meine Daten? Wer kann auf sie zugreifen? Welche Software läuft auf meinem Rechner oder Smartphone? Muss ich mich für einen digitalen Dienst bei einem einzelnen Großunternehmen registrieren? Und welche Alternativen gibt es, wenn ich diese Abhängigkeiten reduzieren möchte?
Genau hier setzt der di.day – Digital Independence Day an.
Seit Anfang 2026 gibt es die Initiative auch im Saarland. Aus einer Idee, die im Umfeld des Chaos Computer Congress aufgegriffen wurde, ist inzwischen eine regelmäßige Veranstaltungsreihe entstanden. Im Mittelpunkt steht nicht die theoretische Diskussion über digitale Unabhängigkeit, sondern die praktische Frage: Was kann ich heute konkret tun, um meine digitale Selbstbestimmung zu verbessern?
Nach den ersten Monaten ist deshalb ein guter Zeitpunkt für eine Zwischenbilanz.
Wie die Idee des di.day entstanden ist
Die Geschichte des di.day beginnt im Umfeld des Chaos Computer Clubs und insbesondere des jährlichen Chaos Communication Congress. Dort treffen seit vielen Jahren Menschen zusammen, die sich mit IT-Sicherheit, Datenschutz, informationeller Selbstbestimmung und den gesellschaftlichen Auswirkungen digitaler Technologien beschäftigen.
Im Umfeld des Kongresses entstand die Idee, der digitalen Abhängigkeit einen regelmäßigen Aktionstag entgegenzusetzen. Der Begriff DI steht dabei für Digital Independence.
Die Idee ist bewusst einfach: Nicht nur über digitale Abhängigkeiten sprechen, sondern regelmäßig einen konkreten Schritt in Richtung größerer Unabhängigkeit machen. Der di.day soll deshalb Erinnerung, Information und praktische Hilfe miteinander verbinden. Die Geschichte der saarländischen Initiative beschreibt genau diesen Ansatz: Es soll nicht bei der Sensibilisierung bleiben, sondern Menschen sollen beim konkreten Handeln unterstützt werden.
Das passt zu einer Entwicklung, die inzwischen weit über die klassische Open-Source-Szene hinausgeht. Fragen nach Datenschutz, Datenhoheit, offenen Standards und der Abhängigkeit von einzelnen Plattformbetreibern betreffen heute praktisch jeden Menschen.
Der di.day kommt ins Saarland
Für das Saarland war der Gedanke nicht völlig neu.
Opensaar e. V. beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit Freier Software, Open Source, Open Data und Open Access. Der Verein entstand aus einer Initiative von Unternehmen und Einzelpersonen, die den Gedanken Freier und Offener Software in der Region fördern wollten. Bereits seit 2002 wurden verschiedene Opensaar-Fachveranstaltungen durchgeführt – unter anderem im Saarbrücker Schloss, in der Kongresshalle, an der Universität des Saarlandes und zuletzt im Weltkulturerbe Völklinger Hütte.
Damit gab es im Saarland bereits eine gewachsene Infrastruktur und vor allem Erfahrung darin, technische Themen für ein breiteres Publikum zugänglich zu machen.
Als die Idee des di.day aufgegriffen wurde, lag es daher nahe, diese Aktivitäten unter einem neuen gemeinsamen Dach weiterzuführen.
Der erste Partner war Technik Kultur Saar e. V.. Schon die ersten Veranstaltungen zeigten, dass Interesse vorhanden ist. Opensaar berichtet von einem regen Zuspruch bereits bei einer zunächst noch nicht umfassend beworbenen Veranstaltung.
Aus dieser ersten Zusammenarbeit entstand schließlich die Plattform diday-saarland.de.
Sie soll nicht einfach nur ein Veranstaltungskalender sein. Vielmehr werden dort Partner, Veranstaltungen und Nachrichten rund um digitale Souveränität zusammengeführt. Aktive Partner und Veranstaltungen werden entsprechend gekennzeichnet, vergangene Aktivitäten bleiben als Archiv erhalten.
Damit entsteht Schritt für Schritt ein regionales Netzwerk.

Die ersten Monate: vom Kennenlernen zur praktischen Hilfe
Der Blick auf die bisherigen Veranstaltungen zeigt eine interessante Entwicklung.
Es begann mit einer Einführung in die Idee des di.day. Danach wurden die Themen zunehmend konkreter. Statt ausschließlich über die Probleme digitaler Abhängigkeit zu sprechen, ging es immer häufiger darum, welche Alternativen tatsächlich eingesetzt werden können.
Februar: Der Auftakt
Am 1. Februar 2026 fand die erste saarländische di.day-Aktion statt. Opensaar lud zu einer Online-Veranstaltung ein, um die Idee des bundesweiten di.day vorzustellen und erste Informationen zu vermitteln. Dieser Auftakt war noch vergleichsweise grundsätzlich gehalten. Es ging zunächst darum, die Initiative kennenzulernen und zu verstehen, worum es beim Digital Independence Day überhaupt geht. Das war ein sinnvoller Anfang: Bevor konkrete Werkzeuge und Alternativen vorgestellt werden können, muss zunächst das Bewusstsein dafür entstehen, dass digitale Abhängigkeit überhaupt ein Problem sein kann.
März: Aus der Idee wird eine regelmäßige Veranstaltung
Am 1. März 2026 folgte in Saarbrücken der erste größere Termin vor Ort.
Unter dem Titel „Zum Kennenlernen“ wurde ausdrücklich dazu eingeladen, einfach vorbeizukommen. Die Veranstaltung diente als Einstieg in die regelmäßig stattfindenden di.day-Termine. Damit änderte sich der Charakter des Projekts:
Aus einer Idee wurde eine regelmäßige Anlaufstelle.
Gerade dieser Schritt ist wichtig. Digitale Souveränität lässt sich nicht in einem einzelnen Vortrag vermitteln. Wer beispielsweise sein Smartphone, seine Cloud-Dienste oder sein Betriebssystem verändern möchte, hat häufig sehr konkrete Fragen und benötigt Unterstützung.
April: Tracking und Smartphone
Im April wurde es bereits deutlich praktischer.
Am 12. April ging es um „Tracking mit dem Smartphone“. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Daten Apps sammeln und wohin diese Informationen übertragen werden. Geplant war unter anderem ein Vortrag von hacksaar zum Thema Tracking.
Eine Woche später folgte mit „Die Verfolger abschütteln“ sogar ein ausführlicher Bericht über die praktische Umsetzung.
Hier zeigte sich besonders deutlich, was den saarländischen di.day auszeichnet: Die Veranstaltung blieb nicht beim Vortrag stehen.
Teilnehmer konnten sich direkt beraten lassen und beispielsweise Einstellungen auf ihrem Smartphone verändern. Besprochen wurden unter anderem:
- Entfernen der Werbe-ID,
- Reduzieren von Datensammlungen,
- Deaktivieren unerwünschter KI-Funktionen,
- Einschränken von Werbung und Tracking,
- Entfernen bestimmter vorinstallierter Anwendungen,
- Möglichkeiten alternativer Smartphone-Betriebssysteme.
Auch GrapheneOS und LineageOS wurden als mögliche Alternativen angesprochen.
Besonders bemerkenswert ist dabei die Rückmeldung aus der Veranstaltung selbst: Es zeigte sich, dass ein einzelner Nachmittag kaum ausreicht, um alle Möglichkeiten digitaler Selbstbestimmung umzusetzen. Daraus entstand der Wunsch nach weiterführenden Ansprechpartnern und regelmäßiger Unterstützung.
Genau hier wird der praktische Wert des di.day sichtbar.
Mai: Social Media – geht es auch ohne Big Tech?
Im Mai verlagerte sich der Schwerpunkt auf die sozialen Netzwerke.
Unter dem Titel „Social Media – Die Alternativen“ wurde am 3. Mai untersucht, welche Möglichkeiten es gibt, soziale Kommunikation unabhängiger von den großen Plattformen zu gestalten. Als konkrete Beispiele wurden Matrix, Mastodon und Signal genannt. Teilnehmer konnten ihre eigenen Smartphones und Tablets mitbringen und die Alternativen direkt ausprobieren.
Das ist mehr als eine reine Softwarevorstellung.
Die eigentliche Frage lautet: Muss soziale Kommunikation zwangsläufig über wenige zentrale Plattformen laufen?
Das Fediverse, dezentrale Messenger und selbst betriebene Kommunikationsdienste zeigen, dass auch andere Modelle möglich sind.
Juni: Nextcloud statt zentraler Cloud
Im Juni stand mit Nextcloud ein weiterer Bereich des digitalen Alltags auf dem Programm. Die Veranstaltung „Nextcloud als Alternative“ beschäftigte sich mit der Frage, wo persönliche Daten liegen, die wir heute ganz selbstverständlich in der Cloud speichern. Dazu gehören beispielsweise Kalender, Dateien und andere persönliche Informationen.
Der Ansatz ist besonders interessant, weil er digitale Souveränität aus der Theorie in den Alltag überträgt: Nicht nur fragen, wer meine Daten besitzt – sondern selbst entscheiden, wo sie gespeichert werden und wer darauf zugreifen kann.
Juli: Das Fediverse
Im Juli ging es um das Fediverse. Der Titel „Fediverse – Das wirklich soziale Netzwerk“ brachte die zentrale Idee auf den Punkt: Statt eines einzigen zentralen Netzwerks existiert ein Verbund verschiedener Plattformen und Server. Die Veranstaltung erklärte unter anderem das Prinzip der föderierten Kommunikation und das Protokoll ActivityPub. Als Vergleich wurde das E-Mail-System herangezogen: Nutzer können bei unterschiedlichen Anbietern sein und trotzdem miteinander kommunizieren.
Gerade dieses Beispiel zeigt, warum solche Veranstaltungen wichtig sind. Viele Menschen kennen soziale Netzwerke nur in der Form einer einzelnen großen Plattform. Das Fediverse macht sichtbar, dass soziale Kommunikation auch anders organisiert werden kann.
August: Linux
Im August ging es schließlich um eine der grundlegendsten Entscheidungen überhaupt: das Betriebssystem. Unter dem Titel „Linux – das bessere Betriebssystem“ wurde Linux vorgestellt und praktisch ausprobiert. Teilnehmer konnten eigene oder ausrangierte Notebooks mitbringen und sich zeigen lassen, wie Linux installiert werden kann.
Dabei ging es ausdrücklich nicht darum, möglichst schnell das alte System vollständig zu ersetzen. Der Ansatz war vielmehr: ausprobieren, kennenlernen, Daten übernehmen und den Wechsel Schritt für Schritt gestalten. Auch die Vielfalt der Linux-Distributionen wurde thematisiert. Damit wurde eine zentrale Stärke von Open Source praktisch erfahrbar: Es gibt nicht nur eine einzige Alternative, sondern ein ganzes Ökosystem unterschiedlicher Systeme und Lösungen.
September: LibreOffice
Der September führte die Reihe konsequent in den Büroalltag. Am 6. September 2026 stand LibreOffice auf dem Programm. Die Veranstaltung trug den Titel „LibreOffice – Freie und anwenderfreundliche Büroprogramme“. Writer, Calc, Impress und Base bilden dabei eine komplette freie Office-Suite. Besonders interessant ist die Verbindung von Softwarefreiheit und offenen Standards. LibreOffice unterstützt das OpenDocument-Format und ermöglicht damit die Bearbeitung und Speicherung von Dokumenten ohne zwingende Bindung an einen einzelnen Anbieter.
Damit schließt sich ein Kreis: Nach Smartphone, Kommunikation, Cloud und Betriebssystem landet der di.day schließlich bei einer Software, mit der viele Menschen täglich arbeiten. Digitale Souveränität beginnt eben nicht erst bei hochkomplexen Servern. Sie beginnt bereits beim Schreiben eines Briefes oder beim Erstellen einer Tabelle.
Eine bemerkenswerte Entwicklung
Betrachtet man die bisherigen Termine gemeinsam, ergibt sich eine erkennbare Linie:
Smartphone → Kommunikation → Cloud → soziale Netzwerke → Betriebssystem → Bürosoftware
Das ist keine zufällige Ansammlung einzelner Themen. Es sind die wichtigsten Ebenen unseres digitalen Alltags. Und genau darin liegt aus unserer Sicht eine Stärke des Konzepts: Der di.day versucht nicht, den Teilnehmern eine einzige große technische Lösung zu präsentieren. Stattdessen werden viele kleine und mittlere Schritte angeboten.
- Nicht jeder muss sofort Linux installieren.
- Nicht jeder muss einen eigenen Server betreiben.
- Nicht jeder muss sein Smartphone mit einem alternativen Betriebssystem versehen.
Aber jeder kann damit beginnen, sich zu informieren und eine einzelne Abhängigkeit zu hinterfragen.
Die bisherigen di.day-Aktionen im Saarland
Eine kompakte Übersicht:
| Monat | Veranstaltung | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Februar 2026 | Erste Aktion zum bundesweiten di.day | Einführung in die Initiative |
| März 2026 | Zum Kennenlernen | Start der regelmäßigen Treffen |
| April 2026 | Tracking mit dem Smartphone | Datenschutz und Tracking |
| April 2026 | Die Verfolger abschütteln | Praktische Maßnahmen am Smartphone |
| Mai 2026 | Social Media – Die Alternativen | Matrix, Mastodon, Signal |
| Juni 2026 | Nextcloud als Alternative | Cloud und Datenhoheit |
| Juli 2026 | Fediverse – Das wirklich soziale Netzwerk | Dezentrale soziale Netzwerke |
| August 2026 | Linux – das bessere Betriebssystem | Freies Betriebssystem |
| September 2026 | LibreOffice – Freie Bürosoftware | Freie und anwenderfreundliche Büroprogramme |
| Oktober 2026 | Sicherheit – Passwortmanager und Passwörter | Digitale Sicherheit und Passwortverwaltung |
Die Veranstaltungsplattform selbst führt die Termine getrennt nach aktuellen Veranstaltungen (Aktiv) und Archiv und bietet zu einzelnen Terminen ausführliche Berichte.
Open Source im Saarland: Es gibt bereits einiges zu entdecken
Der di.day steht nicht isoliert da. Im Saarland gibt es bereits seit vielen Jahren eine aktive Open-Source- und Open-Data-Szene.
Einige Beispiele:
- Opensaar e. V. engagiert sich seit vielen Jahren für Freie Software, Open Source, Open Data und Open Access.
- Linux User Group Saar e. V. besteht seit 2004 als Verein und unterstützt Menschen beim Einsatz von Linux und Freier Software – unter anderem mit Installationspartys, Vorträgen und Workshops.
- OpenStreetMap wird im Saarland durch eine aktive Community genutzt und weiterentwickelt. Opensaar arbeitet seit mehreren Jahren mit OSM-Aktiven zusammen; dabei geht es unter anderem um freie Karten, Mapping-Aktionen und regionale Projekte.
- An der Universität des Saarlandes ist Open Source Bestandteil der Open-Science-Strategie. Die Universität fördert ausdrücklich die Nutzung und Entwicklung von Open-Source-Software sowie offene Daten und offene Methoden.
- Auch in der Forschung entstehen Open-Source-Projekte. Ein Beispiel ist ExoKit aus dem Human Computer Interaction Lab der Universität des Saarlandes, dessen Modelle, Code und Dokumentation offen zur Verfügung gestellt werden.
- Mit der Open Source Conference Luxembourg wurde 2025 auch die grenzüberschreitende Vernetzung sichtbar. Opensaar organisierte dort einen Gemeinschaftsstand, an dem zahlreiche Akteure aus dem Saarland beteiligt waren – darunter DFKI, EDIH, IKU, ESCRA, southwestX und weitere Organisationen.
- Aktuell soll sogar die Frage untersucht werden, wie ein Open Source Program Office (OSPO) für das Saarland und die Region aussehen könnte. Ziel ist unter anderem, Open-Source-Aktivitäten in Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft besser zu koordinieren und regionale Akteure zu vernetzen.
Diese Beispiele zeigen: Der di.day beginnt nicht bei null. Er reiht sich in eine bereits vorhandene Landschaft aus Vereinen, Hochschulen, Unternehmen, Initiativen und engagierten Einzelpersonen ein.
Oktober und darüber hinaus
Die bisherige Entwicklung spricht dafür, dass die Veranstaltungsreihe ihren Platz gefunden hat. Für Oktober ist bereits die nächste Aktion vorgesehen. Damit wird der regelmäßige Rhythmus fortgesetzt. Es geht um Passwörter und Passwortmanager.
Gerade bei einer solchen Reihe ist der regelmäßige Charakter entscheidend. Digitale Souveränität ist kein Zustand, den man an einem einzigen Nachmittag erreicht. Technologien verändern sich. Dienste ändern ihre Geschäftsmodelle. Betriebssysteme und Apps erhalten neue Funktionen. Unternehmen verändern Nutzungsbedingungen. Neue zentrale Plattformen entstehen, während andere verschwinden.
Deshalb braucht es Orte, an denen Menschen regelmäßig Informationen erhalten, Fragen stellen und praktische Alternativen kennenlernen können.
Der di.day kann genau ein solcher Ort sein.
Digitale Souveränität braucht Gemeinschaft
Eine Erkenntnis aus den ersten Monaten ist besonders wichtig: Die technische Alternative allein reicht nicht.
Man kann zwar über Linux, Nextcloud, Mastodon, Matrix, Signal oder LibreOffice informieren. Wenn jemand danach mit einem konkreten Problem alleine bleibt, wird der Wechsel schnell zur Hürde. Deshalb sind lokale Veranstaltungen und auch Online Webinare so wichtig. Hier sitzen Menschen gemeinsam an einem Tisch. Ein Teilnehmer bringt ein altes Notebook mit, jemand anderes hat eine Frage zum Smartphone, ein Dritter möchte wissen, wie er seine Daten aus einer Cloud bekommt.
Aus abstrakten Begriffen werden konkrete Probleme. Und aus Problemen können konkrete Lösungen werden. Genau das unterscheidet eine solche Veranstaltungsreihe von einem weiteren Online-Ratgeber.
Open Source ist dabei kein Selbstzweck
Bei aller Begeisterung für freie Software sollte der eigentliche Zweck nicht aus dem Blick geraten.
- Open Source ist kein Selbstzweck.
- Es geht um Wahlmöglichkeiten.
- Um die Möglichkeit, Software selbst zu betreiben.
- Um nachvollziehbare technische Grundlagen.
- Um offene Standards.
- Um die Möglichkeit, Daten nicht dauerhaft an einen einzelnen Anbieter zu binden.
Und letztlich um die Frage, ob Menschen und Organisationen ihre digitale Infrastruktur selbstbestimmt gestalten können.
Das gilt für Privatpersonen genauso wie für Vereine, Unternehmen, Bildungseinrichtungen und öffentliche Stellen.
Opensaar bleibt dabei
Opensaar wird den di.day im Saarland auch weiterhin unterstützen. Die technische Plattform wurde von Opensaar initiiert und finanziert; sie soll den verschiedenen Akteuren eine gemeinsame Sichtbarkeit geben und Interessierten den Zugang zu Veranstaltungen und Informationen erleichtern. Gleichzeitig soll die Initiative weiter wachsen.
Weitere Vereine, Initiativen, Unternehmen und Einzelpersonen sind ausdrücklich eingeladen, sich einzubringen. Denn digitale Souveränität kann nicht von einer einzigen Organisation hergestellt werden. Sie entsteht dort, wo Menschen ihr Wissen teilen, Alternativen ausprobieren und anderen beim Einstieg helfen.
Zwischenbilanz: Der Anfang ist gemacht
Nach den ersten Monaten lässt sich eine einfache Zwischenbilanz ziehen: Der di.day im Saarland hat den Schritt von der Idee zur regelmäßigen Praxis geschafft. Er dient weiterhin gerne als Dach für viele weitere Veranstaltungsreihen, die sich den genannten Themen widmen.
Aus einem ersten Online-Termin im Februar wurde eine Veranstaltungsreihe, die inzwischen ganz unterschiedliche Bereiche des digitalen Alltags abdeckt. Vom Smartphone über Social Media und Cloud-Dienste bis hin zu Linux und LibreOffice reicht das Spektrum. Dabei ist besonders erfreulich, dass die Veranstaltungen zunehmend praktisch werden. Nicht nur reden. Nicht nur warnen. Sondern ausprobieren, installieren, konfigurieren, fragen und gemeinsam Lösungen finden.
Das ist letztlich auch der Kern digitaler Souveränität: Nicht jede Technologie selbst entwickeln zu müssen, sondern die Möglichkeit zu haben, zwischen verschiedenen Technologien und Anbietern frei zu entscheiden. Der di.day schafft dafür einen regelmäßigen Treffpunkt im Saarland. Und damit ist ein wichtiger erster Schritt getan. Weitere werden folgen.





